Liebe Leserinnen und Leser, der Monatsspruch für den Februar ist ein heißes Eisen. Alles soll erlaubt sein, aber es nützt nicht alles und es baut auch nicht alles auf. Es geht um uns, um das, was wir tun und auch das, was wir lassen. Alles ist erlaubt. Wirklich? Wirklich alles? Ich mag mir nicht ausmalen, wie eine Familie, eine Gemeinde, eine Welt aussähe, die unter diesem Gesetz stünde: Alles ist erlaubt.
Ich bin sehr froh, in einer Welt zu leben, in der vieles geregelt ist. Das macht das Leben einfacher, oft jedenfalls. Aber alle Regeln können eines nicht ersetzen: Keine noch so gute Regel ersetzt meine persönliche Verantwortung, die ich für mein Tun und Lassen habe. Auch das klingt auf den ersten Blick so einfach. Ich muss nur meiner Verantwortung gerecht werden. Und wie tut man das, seiner eigenen persönlichen Verantwortung gerecht zu werden? Das wiederum kann unendlich schwer sein. Oft genug befinden wir uns in einem Dilemma, weil verschiedene Interessen in unsere Verantwortung hineinreden wollen. Das alles ist nicht neu – im Gegenteil – Paulus kannte das vor zweitausend Jahren auch schon.
Aber er wäre nicht der Apostel, der Missionar der Völker, wenn er sich damit einfach abfinden müsste. Er gibt uns Hilfsmittel in die Hand, die
es uns erleichtern können, wenn wir wieder einmal eine Entscheidung zu treffen haben. Nicht wir selbst sind der Maßstab der Dinge, eher
sollen wir an Andere denken. Und auch das kann uns schon wieder hin und her zerren.
Deswegen gibt uns Paulus noch einen ganz wichtigen, den wesentlichen Tipp: Tut alles, was ihr tut, zur Ehre Gottes. So steht es wenige Verse später. Dieser Wertmaßstab soll uns Hilfe und Richtschnur sein. Gottes Liebe, die zu echter Liebe untereinander führt und von der es
heißt: Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf, …so stelle ich es mir vor, unser Tun und Lassen in dieser Welt.
Andreas Bergs
Verfasst von: Friedemann Herbig | 2. Februar 2012
Alles ist erlaubt !
Veröffentlicht in Aktuelles | Schlagwörter: Monatsspruch